Kandidatur zum Oberbürgermeister 2015

 

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel oder nach der Wahl ist vor der Wahl. Ich danke allen, die ihr Wahlrecht genutzt haben, und besonders den 3688 Bornaern, die mir ihr Vertrauen mit ihrer Stimme gegeben haben. Ich konnte zwar im Vergleich zum 1. Wahlgang am 7. Juni knapp 10 Prozentpunkte zulegen, am Ende hat es nicht ganz gereicht. Das Ergebnis sehe ich dennoch als sehr gut an und keinesfalls als persönliche Niederlage.

 

Borna hat entschieden. Gestern Abend habe ich Frau Luedtke zu ihrem Ergebnis gratuliert. Jetzt ist sie sieben Jahre lang in der Pflicht und ich werde sie - wie auch jetzt - daran messen, wie sie ihre Versprechungen umsetzen wird. Beim Blick auf die einzelnen Wahllokale zeigt sich aber, dass Eula und Wyhratal allein nun einen Oberbürgermeister hätten. Dies muss ein deutliches Zeichen sein, dass die Ortsteile in den nächsten Jahren nicht vergessen werden dürfen.

Meine Arbeit geht als Stadt- und Kreisrat weiter. Teile des Wahlprogramms lassen sich aus dem Stadtrat heraus umsetzen, was ich anstreben und Mehrheiten dafür suchen werde.

 

Der Alltag hat sich hoffentlich schnell wieder eingestellt. Anonyme Briefe und Nachrichten sowie Drohanrufe werde ich keinesfalls vermissen. Im Wahlkampf habe ich eine sehr große Unterstützung erhalten. Ein Weg innerhalb von Borna dauerte viel länger, weil ich immer wieder von Bürgern angesprochen wurde. Ich danke allen Helfern, die Plakate aufgehängt, Flyer verteilt, Wahlstände besetzt, mit Bürgern gesprochen und vieles andere mehr getan haben! Ohne sie wäre der Wahlkampf nicht möglich gewesen. Mein Wahlkampf war von grundlegender Ehrlichkeit und Respekt vor den Mitbewerbern geprägt. Angriffe in der Sache und Amtsführung ja, aber nicht auf die Person. Und so wird sich meine politische Arbeit auch fortsetzen. Ich kann meine Meinung offen vertreten und den Leuten ins Gesicht sagen und brauche dafür weder Pseudonyme noch den Schutz von E-Mails oder Wahlforen. Das geht im direkten Gespräch.

 

Ich blicke zurück auf einen langen Wahlkampf mit sehr vielen schönen Momenten. Zum Beispiel bin ich in Zedtlitz beim Verteilen von Flyern und Führen von Gesprächen zunächst vier Häuser weit gekommen. Dann musste ich eine Pause von 20 Minuten einlegen, weil ich zum Kesselgulasch eingeladen wurde. Schöne Erlebnisse hatte ich auch in den Kindergärten. Die Kinder haben sich gemerkt, dass ich dort war und erinnern sich daran. Als ich an einem Einfamilienhaus geklingelt habe, um mich vorzustellen, hat mir ein kleiner Junge die Tür aufgemacht. Auf die Frage, ob er seine Eltern holen könne, hat er gerufen: "Papa, Herr Stieler steht vor der Tür." Es stellte sich heraus, dass er mit mir einen Baum gepflanzt hat, was zum Zeitpunkt des Gesprächs aber etwa 6 Wochen zurück lag.

 

Wie geht es nun bei mir weiter? Auch wenn im Wahlkampf viele behauptet habe, ich würde nicht arbeiten, kann ich gerade denen versichern, dass ich meine Arbeit an der TU Dresden fortsetzen werde. Ich schreibe meine Doktorarbeit und beginnen nun, die Seminare für das kommende Wintersemester vorzubereiten.

Im Wahlkampf 2015 wurden neue Akzente gesetzt: Werbespots, Wesselmänner, viele direkte Bürgerkontakte an den Haustüren. Das hat es 2008 noch nicht gegeben.

 

Herzliche Grüße
Ihr Sebastian Stieler

Juli 2015